(Germ. original:)
Zur Deutungstheorie und -technik des kommunikativen Ansatzes in der Psychoanalyse
Ziele, Struktur und Validierung psychoanalytischer Deutungen*
U. Berns
(Mar. 1998; Aug. 1998)
(Vortrag auf der DPG-Jahrestagung, Stuttgart, 8. bis 11. Mai 1997)
(First presented at the "Annual Conference of the Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft, Stuttgart, May 1997")
 

 1. Einleitung

 Psychoanalytische Autoren wie Rycroft (1969), Laplanche/Pontalis (1972) und Thomä und Kächele (1985) verstehen unter Deutungen im strikten Sinn ausschließlich solche Mitteilungen des Analytikers an seinen Patienten, die zum Ziele haben, der Aussage des Patienten eine Bedeutung zumessen, die über das bisherige Verständnis hinausgeht, so daß der Patient zu der latenten Bedeutung seiner Worte und Verhaltensweisen Zugang bekommen kann. Von diesem Ziele her verstehen die genannten Autoren unter Deutungen solch unterschiedliche Interventionen wie das Deuten von Symptomen, Fehlhandlungen, freien Einfällen, Träumen, Übertragungen und schließlich auch von Abwehrmaßnahmen und ihrem Analogon in der Therapiesituation, den Widerständen. Eine Beschreibung der Struktur von Deutungen fand ich bei den Autoren nicht.

 2. Ziele und Struktur psychoanalytischer Deutungen

Es erscheint mir interventionstechnisch-therapeutisch wichtig zu sein, das Ziel und die Struktur von Deutungen zu bestimmen. Freud gab dazu einen bedeutsamen Hinweis. In seiner Arbeit "Die Handhabung der Traumdeutung in der Psychoanalyse" plädierte er dafür, "daß die Traumdeutung in der analytischen Behandlung nicht als Kunst um ihrer selbst willen betrieben werden soll, sondern daß ihre Handhabung jenen technischen Regeln unterworfen werde, welche die Ausführung der Kur überhaupt beherrschen" (19911, S 354). Zweierlei ist in dieser Forderung enthalten: nicht l‘art pour l‘art zu deuten und nach bestimmten technischen Regeln zu deuten.

Die Forderung nicht l‘art pour l‘art zu deuten, heißt, bei der Deutung ein therapeutisch relevantes Ziel im Auge zu haben. Nur die aktuelle Pathologie und der aktuelle Widerstand des Patienten zeigen jenseits aller Kunst, das Latente zu begreifen, die Notwendigkeit einer Deutung an. Daher sollte das Ziel einer Deutung sein, die aktuelle Schwierigkeit, die Symptomatik, den symptomatischen Affekt, den Widerstand des Patienten, kurz seine aktuelle Pathologie in der momentanen therapeutischen Situation zu deuten. Im Vergleich mit dem Deutungsziel der oben genannten Autoren wird damit das Ziel ei-ner Deutung entscheidend eingeengt auf das therapeutisch Bedeutungvolle. Deshalb subsumierte Langs (1978a) Symptome und Widerstände unter dem gesonderten Begriff der Indikatoren.

 Der zweiten Forderung Freuds, nach bestimmten technischen Regeln zu deuten, kommen die verschiedenen psychoanalytischen Richtungen - zumindest konzeptuell - alle nach mit der technischen Regel, die Abkömmlinge des Unbewußten, das Latente, in den Deutungen zu nutzen. Dies geschieht dann je nach Schule unterschiedlich, weil das Unbewußte unterschiedlich konzipiert wird.

 Jenseits dieser Unterschiede können die zwei Freudschen Forderungen mit solchen Deutungen erfüllt werden, die als Deutungsziel einen Zugewinn an Verständnis auf Seiten des Patienten für seine Indikatoren ansehen, was heißt, die Indikatoren zu deuten und die eine Struktur haben, in der die Abkömmlinge genutzt werden, um das Zustandekommen der Indikatoren dem Patienten zu erhellen. Das rührt daher, daß die Indikatoren anzeigen, daß und wie ein emotional wichtiger Auslöser auch symptomatisch bzw. mit Widerstandsentwicklung verarbeitet wurde, die Abkömmlinge hingegen anzeigen, weshalb die Indikatorenbildung geschah, d.h. auf Grund welcher unbewußten Bedeutung, die ein spezifisches Geschehen für den Patienten hatte, sie entwickelt wurden.

Wie gesagt hängt die Unterschiedlichkeit der Deutungen mit den unterschiedlichen Konzeptionen des Unbewußten und damit auch der Abkömmlinge des Unbewußten zusammen. Mit Freud (1895) nenne ich Träume, Übertragungsphantasien und sonstige freie Einfälle Abkömmlinge bzw. Derivate des Unbewußten. Abkömmlinge sind das Ergebnis einer emotionalen Verarbeitung unbewußter Stimuli. Diese Stimuli oder Auslöser werden aber von den unterschiedlichen psychoanalytischen Richtungen unterschiedlich aufgefaßt: als Triebregungen, als Wünsche, als Affekte, als Phantasien, als Selbstobjektbedürfnisse, als externe Traumata, etc.. Dies geht in die Deutungskonzeptionen ein und führt zu unterschiedlichen Deutungsmustern je nach psychoanalytischer Richtung.

 Smith (1994) hat den grundlegenden Unterschied von Deutungsrichtungen in Verbindung gebracht mit einem grundsätzlich unterschiedlichen Verständnis des Seelischen, entweder als externalistische oder internalistische Konzeption. McGinn (1989), Niesbett und Ross (1980) und Putman (1975) formulierten die Sicht des Externalismus. Dieser Konzeption gemäß dringt die Welt um uns herum in unsere emotionale Welt ein und formt erheblich deren Inhalte und ihre subjektiven Bedeutungen. Am Schnittpunkt von Objektwelt und Selbst entsteht Bedeutung, an der Berührungsfläche von Analytiker und Patient geschieht unbewußte Bedeutungsgebung. Hingegen ist in internalistischer Perspektive das Subjekt aus sich selbst heraus alleiniger bewußter und unbewußter Bedeutungsgeber.

Freud vertrat eine internalistische Perspektive mit der Triebstrukturtheorie und eine externalistische mit der Verführungstheorie und seiner Traumatheorie in "Jenseits des Lustprinzips" (1920).

 Psychoanalytiker fast aller Richtungen teilen heute zumindest für den therapeutischen Prozeß zunehmend die externalistische Position, da sie vielfach als gültig anerkennen (unter vielen anderen z.B. Ferenczi(1933), Searles(1975), Hoffmann(1983), Gill(1996), Thomä und Kächele(1985), Stolorow, Atwood und Brandschaft(1992); Ehrenberg(1996)), daß Therapeut und Patient sich ständig wechselseitig, bewußt und unbewußt beeinflussen und daher ihrer beider Erfahrungen, affektive Reaktionen, Einfälle, Vorstellungen, Phantasien, Träume und Tagträume prinzipiell unvermeidliches Ergebnis auch dieses dialektischen Beeinflussungsvorganges sind.

 Ich will nun empirische Befunde nennen, die R. Langs dazu veranlaßten eine spezifische externalistische Sichtweise zu formulieren.

Langs machte anfangs einige empirische Untersuchungen zu den Traumauslösern und entwickelte einige Jahre später das externalistische Konzept des adaptiven Kontextes (Langs, 1971, 1974). Adaptive Kontexte sind äußere Geschehnisse, die eine seelische Antwort im Subjekt hervorzurufen vermögen. Langs entdeckte, daß das Verhalten des Analytikers, all seine verbalen und averbalen Interventionen, auch seine unterlassenen Interventionen und all seine rahmenhandhabenden Interventionen zu adaptiven Kontexten für den Patienten werden können. All diese adaptiven Kontexte wurden daher von ihm Interventionskontexte genannt.

Systematisch untersuchte er dann den Zusammenhang zwischen den Interventionskontexten und den Derivaten des Unbewußten, ausgedrückt in den freien Einfällen des Patienten. Er entdeckte den spezifischen Zusamnmenhang, daß die unbewußten Reaktionen des Patienten, die im Prozeß des freien Assoziierens durch Derivate ausgedrückt werden, regelhaft ein unglaublich präzises unbewußtes korrektes Verständnis des Patienten für die realen Implikationen der Interventionen des Psychotherapeuten widerspiegeln (Langs, 1976 b).

Exkurs: Psychoanalytische Deutungen und der Primärprozeß

Diese Entdeckung beinhaltete aber eine erhebliche Revision der Konzepte des Primär- und des Sekundärprozesses. Diese Konzepte mußten neu überdacht und neu formuliert werden.

Freud sah ja in der Bildung bzw. dem Entstehen latenter Inhalte, vielfach als unbewußte Phantasien bezeichnet, das Wirken eines trieb- bzw. wunschhaften innerpsychischen Geschehens. Er verstand die Konzepte des Primärprozesses, des Es, der unbewußten Phantasien, der Triebregungen und des Lustprinzips als einander ergänzende Konzepte. So ging er z. B. davon aus, daß der Primärprozeß den Es-Zielen und dem Lustprinzip dienend unterworfen ist und daß die Triebregungen einer primärprozeßhaften Entstellung auf ihrem Weg zum Bewußtsein unterworfen werden. Die Umwandlung der latenten Inhalte in die manifesten verstand er als Dennoch-Durchsetzung dieser Regungen.

Realwahrnehmung und Realitätsbezug wurden von Freud dem Ich vorbehalten. Der Primärprozeß war von Freud als von der Wahrnehmung der äußeren Realität absolut abgeschnitten konzipiert.

Nicht nur von Langs (1986), auch von vielen anderen Autoren wurde seit langem Kritik an dieser Konzeption des Primärprozesses geübt. Unter anderen klärten Holt (1969), Noy (1979), Fosshage (1983), Fast (1985), und Dorpat & Miller (1992) diese Konzeption des Primärprozesses als fehlerhaft auf. Diese Autoren stimmen darin überein, daß der Primärprozeß und der Sekundärprozeß als zwei Formen der Informationsaufnahme, -verarbeitung und -ablagerung bzw. des Ausdrucks von Information angesehen werden müssen, die parallel und relativ unabhängig voneinander stattfinden. Basch (1976) wies darauf hin, daß Freud seine Entdeckung des Primärprozesses nicht als das verstand, als was sie heute anzusehen ist: Es handelt sich um die Entdeckung einer zweiten Sprache eines jeden Menschen.

Das spezifische der psychoanalytischen Therapie mit ihrer Methode des freien Einfalls ist die Nutzung der primärprozeßhaften derivativen Äußerungen des Patienten für eine sekundärprozeßhafte Deutung durch den Therapeuten. Berücksichtigt man die o.g., von R. Langs auf Grund empirischer Befunde entwickelte Revision des Primärprozesses für die Formulierung von Deutungen, so gelangt man zu der oben bereits formulierten Aussage: die Erzählungen des Patienten werden - als Abkömmlinge des Unbewußten - primär als stimmige unbewußte Auswertungen der für den Patienten relevanten, tatsächlich gemachten Interventionen des Therapeuten seitens des Patienten begriffen. Die zugleich im Patienten entstandenen Indikatoren können mit Hilfe der Abkömmlinge gedeutet werden. Erst danach kann die weitere unbewußte Verarbeitungs- und Reaktionsweise des Patienten aufgrund seiner unbewußten pathogenen Schemata gedeutet werden.

Grob schematisch enthält eine entsprechende Deutung damit die folgenden Elemente: 1. Es werden die vom Patienten manifest erwähnten relevanten Aspekte der Interventionen des Therapeuten aufgezeigt.

2. Die Abkömmlinge werden als stimmige unbewußte Bedeutungsanalyse / korrekte unbewußte Wahrnehmungen seitens des Patienten kenntlich gemacht und, sofern möglich, in einen Zusammenhang mit der Genese des Patienten gestellt. Dies bedeutet immer einen Rückgriff auf die Ressourcen des Patienten, was in sich Ich-stärkende Kraft hat, besonders weil die interpersonelle Grenze zum Patienten dabei nicht verletzt wird, d.h. Ich-Stärkung geschieht unter Wahrung der Abstinenz des Therapeuten.

3. Es werden die aufgetretenen Symptome und / oder Widerstände als verstehbare Reaktion auf eben diese Aspekte der Interventionen des Therapeuten dargelegt.

4. Die weiteren Reaktionen des Patienten, seien es derivative Korrekturhinweise an den Therapeuten, seien es pathogene Reaktionen, werden ebenfalls im Lichte der Genese des Patienten als weitere emotionale Bewegung des Patienten erläutert. Dies entspricht am ehesten dem, was sonst Übertragungsdeutung genannt wird (Validierte Interventionen sind lediglich bezüglich des vierten Punktes zu deuten.)

Therapeutisch wirksame Deutungen können also dann formuliert werden, wenn der Patient im Laufe der Therapiestunde sowohl Abkömmlinge eines Auslösers, den Auslöser selbst und Indikatoren mitgeteilt hat. Hat er diese drei Elemente mitgeteilt, so gibt er damit auch kund, daß der Zeitpunkt für eine Deutung gekommen ist.

Mit dieser Konzeption wird ernst gemacht mit der Forderung, nicht l‘art pour l‘art zu deuten, indem nicht Abkömmlinge allein, d.h. nicht freie Einfälle, nicht Übertragungsphantasien und nicht Träume zu deuten sind und seien all diese Abkömmlinge auch noch so faszinierend. Zu deuten sind vielmehr die Indikatoren mit Hilfe der Abkömmlinge, denn die Indikatoren indizieren, daß, wofür und wobei der Patient Hilfe mittels einer Deutung benötigt.

Die Deutungskunst um ihrer Kunst willen hat aus dieser Perspektive lediglich das Potential, Einsicht in Konfliktdynamik und subjektive unbewußte Bedeutungsgebung zu ermöglichen. Insoweit hat die Deutung einen motivationalen Klärungsaspekt. Doch eine Deutung, die darüber hinaus die Indikatoren als Konsequenzen eines unbewußten bedeutungserfassenden und bedeutungsgebenden Prozesses begreiflich macht, kann außerdem indikatorenauflösende Wirksamkeit entfalten. Eine Deutung, die diese Elemente verbindet, enthält sowohl einen motivationalen Klärungs- als auch einen Bewältigungsaspekt. Gleichzeitig greift sie auf die unbewußten Ressourcen des Patienten zurück und ist dadurch Ich-stärkend.

3. Zur Validierung psychoanalytischer Deutungen

Konkrete, systematisch anwendbare Validierungskriterien, die es im klinisch-therapeutischen Prozeß ermöglichen, den Validitätsgrad von Deutungen einzuschätzen, wurden außer von Langs (1982) bisher nur von wenigen Autoren entwickelt (Kernberg (1994), Weiss (1992)). Andere Autoren haben Hinweise auf einzelne Validierungsreaktionen gegeben, Klein (1926), Strachey (1934)).

Freud forderte 1937, der Psychoanalytiker sollte als Validierung seitens des Patienten nur die, wie er sagte, abkömmlingshafte, derivative, kurz, die aus dem Unbewußten kommende Validierung akzeptieren. Der Grund war für ihn klar: da der Gegenstand der Psychoanalyse essentiell die unbewußten seelischen Vorgänge des Patienten sind, muß die unbewußte Verarbeitung und abkömmlingshafte Antwort des Patienten entscheiden. In Validierungsfragen sollte die derivative Antwort des Patienten, nicht sein bewußtes Ja oder Nein, das letzte Wort sein. Implizit hat Freud damit ein in hohem Ausmaß weises Unbewußtes angenommen.

Langs (1982) hat für die Überprüfung von Deutungstheorien und -techniken psychoanalytische Validierungskriterien vorgeschlagen. Sein Ausgangspunkt war die zentrale Aussage, daß Patienten diejenigen Aspekte der Interventionen des Therapeuten, die für sie von Bedeutung sind, unbewußt primärprozeßhaft evaluieren und in Derivaten bzw. auslebend auch ausdrücken. Daher werden alle für den Patienten bedeutsamen Interventionen des Therapeuten, die heilsam sind, so von ihm verarbeitet, daß sie nach einer Deutung in freien Einfällen als Validierungen erscheinen. Die Validierungsreaktion des Patienten ist das Heilsamkeitskriterium.

Hingegen haben alle Deutungen, die in unbewußter Verarbeitung seitens des Patienten von ihm derivativ falsifiziert werden, primär krankmachenden Charakter, was sich entweder durch entsprechende Abkömmlinge und/oder durch Symptom- und Widerstandsbildungen zeigt.

 Zwei Hauptvalidierungskriterien wurden gefunden:

1. die interpersonelle Validierung oder Validierung durch ein evoziertes positives Introjekt:

Hier tauchen nach einer Deutung in den freien Einfällen Bilder guten Zusammenseins von Menschen, Gefühle von Wohlsein, Sichersein, Fröhlichkeit, Symptomfreiheit oder -besserung etc. auf. Die interpersonelle Validierung weist darauf hin, daß stimmige Deutungen, die ich in Anlehnung an Freud Übereinstimmungsdeutungen genannt habe, zur Introjektion der für den Patienten positiven Qualitäten des Therapeuten führen. (Berns, 1994, Langs, 1982, S. 202).

2. Die kognitive Validierung:

Eine Übereinstimmungsdeutung beinhaltet für den Patienten auch eine sinnbringende inhaltliche Neuordnung von bisher disparaten Einzelelementen. Die damit einhergehende Erfahrung kann das Bedürfnis hervorbringen, weitere unverbundene pathogene Überzeugungen, Erfahrungen etc. mit Hilfe des Therapeuten auch einem neuen Sinnzusammenhang zuzuführen. Mit neuen, die Deutung weiterführenden freien Einfällen wird der Patient eventuell kognitiv reagieren. Daher der Terminus "kognitive Validierung".

Somit lautet das Validierungspostulat:

Als Validierungsreaktion seitens des Patienten ist nach einer Deutung anzuerkennen: das Auftauchen positiv getönter Bilder von Objektbeziehungen und / oder ein aktueller Heilerfolg und / oder eine unmittelbare Überwindung eines Widerstandes. Letzteres zeigt sich als kognitive Validierung in der Mitteilung weiterführender neuer freier Einfälle.

Eine Validierung kann nur dann erkannt werden, wenn dem Patienten nach einer Deutung Zeit zu freien Einfällen gegeben wird. Jeder direkte Dialog verhindert dies, so daß dann prinzipiell offen bleiben muß, ob eine Deutung stimmig war oder nicht.

Ein Fallbeispiel soll das bisher Dargelegte erläutern. Das Fallbeispiel wird aus Gründen der Anonymität des Patienten nicht im E-Journal veröffentlicht. Siehe auch die Richtlinien des E-Journals für kommunikative Psychoanalyse.

(Note: Clinical material illustrating the subject of the above article is available from the author upon personal request.)

Literatur

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 1 Ich spreche ausdrücklich vom Therapeuten und nicht vom Psychoanalytiker, denn völlig unabhängig davon, um was für eine Therapieform es sich handelt, besteht dieser bewußte und unbewußte dialektische Beinflussungsvorgang in jeder Therapieform, da er etwas von der menschlichen Natur widerspiegelt. Allerdings sind Psychoanalytiker besonders an der therapeutischen Nutzung dieser Beeinflussungsprozesse interessiert.

2 Langs spricht von korrekter unbewußter Wahrnehmung. Seine Beobachtungen und das aus ihnen entwickelte Konzept sind m.E. synonym mit dem Konzept der validen Bedeutungsanalyse.

3 V.Bonac hat unter dem Titel : "Perception or Transference? A New Clinical Theory of Transference" eine - bisher unveröffentlichte Arbeit - vorgelegt, in der sie eine kommunikative Konzeption der Übertragung formulierte.

4 Wie die psychoanalytische Praxis sich weiterentwickelt hätte, wenn Freud z.B. an seine Interventionen für Dora, den Ratten- oder Wolfsmann seine später formulierten Validierungskriterien angelegt hätte, ist schwer vorstellbar. Sicherlich wäre der Einfluß auf alle nachfolgenden Pychoanalytikergenerationen massiv geworden.

5 Dieses Ausleben wird unterschiedlich beschrieben. Z.B. spricht Langs vom kommunikativen B-Typ Modus (in Anlehnung an Bion), Sandler von der Aktualisierung der Rollenerwartung und Ogden hat M.Kleins Konzept des projektiven Identifizierens neu formuliert.

6 Eine Ausnahme sind Interventionen, die vom Patienten zunächst validiert werden, dann aber von Sym-ptom- und/oder Widerstandsbildung gefolgt werden und begleitet werden von Abkömmlingen, die aufzeigen, wie der Patient eine unbewußt hilfreiche Intervention zugleich neurotisch verarbeitet. Im kommunikativen Ansatz wird allein diese Antworten des Patienten Übertragungsreaktion genannt. Siehe aber die Fußnote Nr. 3

*Vortrag auf der DPG-Jahrestagung, Stuttgart, 8. bis 11. Mai 1997

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